Die Pflanzenwelt der Kanaren


Klima und Vegetation

Die Flora der einzelnen Kanarischen Inseln hängt vor allem von der Bodenbeschaffenheit, der Höhenlage und der Regenmenge ab. Die vulkanischen Böden sind fruchtbar und bringen eine große Vielfalt an Pflanzen hervor. In höheren Lage und auf den Inseln mit Hochgebirge ist die Jahresniederschlagsmenge höher. Hier ist die Artenvielfalt der Kanaren am größten, die Landschaft grün und dicht bewaldet. Die Pflanzen filtern die Feuchtigkeit aus dem Nebel und den tief hängenden Wolken. In den südlicheren Regionen und auf den flacheren Inseln Fuerteventura und Lanzarote, herrscht ein heißes, trockenes Klima. Einige Pflanzen haben sich durch viele kleine Blätter gegen Feuchtigkeitsverlust angepasst. Andere Arten, wie die Sukkulenten, haben einen dickflüssigen Saft, die Wolfsmilch, entwickelt, und können Feuchtigkeit speichern. Zusätzlich wurden im Laufe der Zeit Pflanzen durch den Menschen eingeführt - die sogenannten Adventivpflanzen.


Endemische Pflanzen

Die allgemeinen Zahlenangaben zum Bestand der kanarischen Pflanzenarten schwanken. Es wird geschätzt, daß 2000-3000 Arten auf dieser verhältnismäßig kleinen Fläche vorkommen, davon sind ungefähr ein Drittel endemisch, einige sogar insel-endemisch, das heißt, dass sie nur auf der jeweiligen Insel vorkommen. Durch die abgeschiedene Lage der Inseln konnte sich eine autochthone Flora entwickeln. Einerseits haben einige inselbesiedelnden Arten aus Mangel an Konkurrenten ihre ursprüngliche Form bewahrt. Andrerseits haben viele Pflanzensippen durch die Trennung vom Festland im Laufe der Evolution ihre eigene Strategie fürs Überleben entwickelt und neue Unterarten ausgeformt. Es sind Pflanzen entstanden, die in dieser Art auf dem Festland nicht vorkommen.
Am bekanntesten ist die dreinadelige Kanaren-Kiefer, eine sehr alte Linie der Kiefern. Auffällig sind auch viele endemische, verholzte Arten, die wir in Mitteleuropa nur als Zierpflanzen in Töpfen kennen (z.B. der Weihnachtsstern, ein Wolfsmilchgewächs).

 

Das Kanaren-Haus der Universität Erlangen

Die Kanaren sind Pflanzen-Paradies und zugleich Freillicht-Laboratorium für Forscher, denn hier trifft man auf eine der üppigsten und interessantesten Pflanzenformen der Erde mit einem hohen Anteil an Endemiten.
Die Flora der Kanarischen Inseln ist seit etwa 30 Jahren ein Arbeitsgebiet der >>Universität Erlangen. Hier wurde im Botanischen Garten 1978 ein Gewächshaus errichtet, in dem die Ursache für die Pflanzenvielfalt der Kanaren - ihre klimatische Situation - nachempfunden wird. Im Kanaren-Haus sind Pflanzen dreier klimatisch sehr verschiedenen Höhenstufen vereint: einer trockenheißen, einer feuchtwarmen und einer trockenkalten Stufe. Die Pflanzenarten treten je nach Klima und Höhenlage in Gruppen und in bestimmten Vegetationszonen auf. Diese Zonen sind durch die geomorphologischen Bedingungen und die Vorherrschaft bestimmter, charakteristischer Pflanzenarten gekennzeichnet, wie etwa Kiefern- und Lorbeerwälder, Wolfsmilchgewächspopulationen, u.v.a.
Neben den Kanarischen Inseln sind in geringem Ausmaß auch Pflanzen anderer Inselgruppen Makaronesiens (Azoren, Madeira, Capverdische Inseln), die Ähnlichkeiten mit den Kanaren aufweisen, in diesem speziellen Gewächshaus zu sehen.


Die Flora der Kanarischen Inseln besitzt Parallelen mit derjenigen, die im Eozän, also vor 40-50 Mio Jahren in Europa herrschte. Das feuchtwarme Klima des Alttertiärs war dem kanarischen Passatklima ähnlich: Lorbeergewächse, die heute auf den Inseln wachsen, fand man als Versteinerungen in Mitteleuropa, Drachenbaum und Kanaren-Kiefer wurden fossil in Südeuropa gefunden.
Viele der Pflanzen, die in früheren Erdzeitaltern auf dem afrikanischen Kontinent und auch in Europa existiert haben, sind großteils durch Vögel in Form von Samen auf die Inseln gekommen. Sie konnten hier durch das gleich bleibend, milde Klima überleben, während auf den Kontinenten durch Eis- und Trockenzeiten viele dieser Pflanzen verschwanden.
Durch das subtropische Klima mit seiner wärmenden Nähe zu Afrika und der Feuchtigkeit der Passat-Winde hat sich hier eine auf der Welt einzigartige Pflanzenvielfalt entwickeln und erhalten können!




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